Mongolei hat "zweiten Ötzi" im Kühlschrank

Bild vergrößern 2006 hatten mongolische, deutsche und russische Archäologen einen spektakulären Fund im Altai-Gebirge ganz im Westen des Landes gemacht.  Die sogenannte "Eismumie" hatte teilweise unversehrt 2500 Jahre in ihrer aus Fichtenstämmen errichteten Grabkammer im Permafrostboden überstanden. Sie wurde seinerzeit in der Universität Göttingen restauriert und konserviert. Es handelt sich um den Leichnam eines offenbar wohlhabenden Mannes der Skythenzeit, wie an seiner reichaltigen Kleidung aus verschiedenen kostbaren Fellen und Stoffen sowie Schmuckbeigaben leicht zu erkennen ist. Auch seine Bewaffnung mit Messer, Pfeil und Bogen ist bestens erhalten. Für interessierte Mongolen und ausländische Touristen wäre es eine Attraktion, diese Schätze in einer eigenen Ausstellung in Ulan Bator schauen zu dürfen. Nach der Präsentation der "Kultur der Steppenkrieger" 2014 im Nationalmuseum, einer weiteren Erfolgsgeschichte deutsch-mongolischer Archäologenkooperation, ist daran zu denken 2015, wenn die Mongolei Partnerland der Internationalen Tourismusbörse in Berlin sein wird, eine Sonderausstellung der "Eismumie" und ihrer Beigaben in Ulan Bator einzurichten. Ein großes Publikumsecho dürfte gewiss sein.

Auf deutscher Seite wurde die Expedition 2006 durch den damaligen Präsidenten Prof. H. Parzinger des deutschen Archäologischen Instituts geleitet (jetzt Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz).  Reste eines gut erhaltenen Pelzmantels Bild vergrößern Reste eines gut erhaltenen Pelzmantels (© Deutsche Botschaft)

Zusammen mit dem Generalsekretär der Akademie der Wissenschaften Dr. Galbaatar und dem Direktor des Archäologischen Instituts, Prof. Dr. Tseveendorj besichtigte Botschafter Thiedemann am 28.10.14 das Magazin des Instituts in der mongolischen Hauptstadt und war tief beeindruckt von der hohen Qualität der Funde und deren Aussagekraft über das Leben der Menschen in Zentralasien 300-500 vor Chr.  Dabei wurde die Idee einer Sonderschau der Eismumie im folgenden Jahr allseits als ein lohnendes Projekt erkannt, das verwirklicht werden sollte.

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Der Tote