Vaterschaftsanerkennung

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Die Vaterschaftsanerkennung nach deutschem Recht ist möglich, wenn zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes der Vater die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder das Kind zum Zeitpunkt der Anerkennung seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat.

Die Vaterschaftsanerkennung ist zudem nur dann möglich, wenn die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes nicht verheiratet ist und die Vaterschaft eines anderen Mannes weder anerkannt noch gerichtlich festgestellt wurde. 

Vaterschaftsanerkennungen können sowohl vor als auch nach der Geburt des Kindes abgegeben werden.

Für eine persönliche Beratung stehen wir Ihnen gerne während der Konsularsprechstunde oder nach Vereinbarung zur Verfügung.

1. Form der Vaterschaftsanerkennung

Die Anerkennung der Vaterschaft - dies schreibt das Gesetz so vor - muss in einer öffentlichen Urkunde, d.h. vor einem Gericht, Notar, Standesamt oder einer anderen Urkundsperson erfolgen. Die Beurkundung kann auch bei einer deutschen Auslandsvertretung erfolgen. Der Vater muss seine Vaterschaft persönlich vor der Urkundsperson erklären. Eine Bedingung oder Zeitbestimmung ist dabei unzulässig. Ist der Vater eines Kindes noch nicht volljährig, so benötigt er zur Abgabe eines Vaterschaftsanerkenntnisses die Zustimmung seines gesetzlichen Vertreters (in der Regel die Zustimmung beider Elternteile).

Zur Wirksamkeit eines Vaterschaftsanerkenntnisses ist weiter die Zustimmung der Mutter des Kindes erforderlich. Auch diese muss in einer beurkundeten Erklärung erfolgen.

Der Mann kann seine Vaterschaftsanerkennung widerrufen, wenn sie ein Jahr nach der Beurkundung noch nicht wirksam geworden ist, zum Beispiel, wenn innerhalb dieser Frist die erforderlichen Zustimmungserklärungen nicht abgegeben wurden.

Eine freiwillige Anerkennung der Vaterschaft schließt eine gerichtliche Vaterschaftsfeststellung aus.

Auch nach erfolgter Vaterschaftsanerkennung besteht die Möglichkeit, die Vaterschaft anzufechten. Berechtigt hierzu sind der Mann, der die Vaterschaft anerkannt hat, die Mutter und das Kind. Die Anfechtung muss durch Antrag beim Familiengericht innerhalb einer Frist von zwei Jahren erfolgen. Die Frist beginnt zu laufen mit dem Zeitpunkt, zu dem der Anfechtungsberechtigte Kenntnis von den Umständen erlangt, die gegen die Vaterschaft sprechen.

Eine Vaterschaftsanerkennung, die in einem deutschen Personenstandsregister beigeschrieben (rechtswirksam) ist, kann nur noch im Wege eines gerichtlichen Verfahrens durch Beschluss des Familiengerichts beseitigt werden. In diesem Beschluss muss das Familiengericht feststellen, dass der Mann nicht der Vater des Kindes ist.

2. Rechtsfolgen der Vaterschaftsanerkennung

Durch eine Anerkennung der Vaterschaft treten die gleichen Rechtsfolgen ein wie bei einer gerichtlichen Vaterschaftsfeststellung, d.h.:

  • Die Vaterschaftsanerkennung bewirkt, dass zwischen dem Kind und seinem Vater ein Verwandtschaftsverhältnis entsteht, das sich auch auf die Abkömmlinge des Kindes und die Vorfahren des Vaters erstreckt. Alle aus der Verwandtschaft resultierenden Rechte und Pflichten treten damit für Vater und Kind in Kraft.
  • Zwischen dem Kind und dem Vater entsteht nach §§ 1601 ff BGB eine gegenseitige Unterhaltspflicht. Eine zeitliche Beschränkung der Unterhaltspflicht kennt das Bürgerliche Gesetzbuch nicht. Grundsätzlich richtet sich die Höhe des Unterhaltsanspruchs nach der Lebensstellung des Bedürftigen. Der Unterhalt umfasst den gesamten Lebensbedarf einschließlich der Kosten einer angemessenen Vorbildung zu einem Beruf.
  • Durch die Anerkennung entsteht zwischen Vater und Kind volles Erbrecht.
  • Der Vater ist verpflichtet, der Mutter die Kosten der Entbindung und falls infolge der Schwangerschaft oder der Entbindung weitere Aufwendungen notwendig wurden, auch die dadurch entstehenden Kosten zu erstatten. Dies gilt jedoch nicht für Kosten, die durch Leistungen des Arbeitgebers der Mutter oder durch Versicherungsleistungen abgedeckt wurden.
  • Der Vater ist weiter verpflichtet, der Mutter für die Dauer von sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt des Kindes Unterhalt zu gewähren.

3. Zur elterlichen Sorge

Mit der Geburt des Kindes steht die elterliche Sorge voll der Mutter zu. Mutter und Vater können jedoch in einer zu beurkundenden Erklärung (Notar oder Jugendamt) erklären, dass sie die elterliche Sorge gemeinsam ausüben wollen. Die Erklärung kann auch zusammen mit der vaterschaftsanerkennung beurkundet werden.

Eine solche Erklärung ist nur durch eine Entscheidung des Familiengerichts auf Antrag eines der Elternteile wieder aufhebbar. Das Familiengericht entscheidet dann, welchem der beiden Elternteile die elterliche Sorge künftig alleine zustehen soll.

4. Zum Umgangsrecht

Das Bürgerliche Gesetzbuch sagt, dass zum Wohle des Kindes in der Regel der Umgang mit beiden Elternteilen gehört. Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil.

Jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet. Wenn sich Eltern über Fragen zum Umgangsrecht nicht einigen können, können sie die Beratung durch die Sozialarbeiter/-innen des Jugendamts in Anspruch nehmen.



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